Der Bandit Tiburzi (Domenico Tiburzi), genannt Domenichino, ist zweifellos der berühmteste Vertreter des Banditentums, das zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert in der Maremma aufkam.
Der Bandit Tiburzi war bei der Bevölkerung beliebt, da er sich für Gerechtigkeit und gegen die Übergriffe der Großgrundbesitzer einsetzte. Er starb bei einer Schießerei mit den Carabinieri in der Nacht vom 23. auf den 24. Oktober 1896. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof von Capalbio, doch die Beisetzung des Banditen ist von Legenden umwoben. Es scheint nämlich, dass der damalige Pfarrer von Capalbio sich weigerte, den Banditen auf dem Friedhof zu begraben, da er ihn für einen gottlosen Verbrecher hielt.
Anders sahen das jedoch die Einwohner von Capalbio, die in dem Banditen Tiburzi einen Verfechter der armen Leute sahen, einen Banditen, der die Reichen bestahl, um den Armen zu geben. Der Streit wurde mit einem Kompromiss beigelegt: Tiburzis Leichnam wurde am Eingangstor und damit an der Grenze des Friedhofs beigesetzt, halb drinnen und halb draußen, ohne Kreuz und Grabstein.
Heute sind keine Spuren mehr vom ursprünglichen Tor zu sehen, aber der Friedhof von Capalbio wurde im Laufe der Jahre vergrößert, und die Leiche von Tiburzi befindet sich heute vollständig auf geweihtem Boden. Nachdem er vom Volk die Absolution erhalten hatte, war es nun die Zeit, die ihm die vollständige Absolution erteilte. Die Holztafel, die an sein Geburts- und Sterbedatum erinnert, befindet sich auf der antiken römischen Säule, an die der Bandit nach seinem Tod gefesselt und fotografiert wurde. Zahlreiche Restaurants in der Maremma zeigen dieses Foto.
