Im wilden Herzen des Naturparks der Maremma, wo sich die Düfte der mediterranen Macchia mit der salzigen Meeresbrise vermischen, liegt Cala di Forno, eine bezaubernde Bucht, verborgen zwischen goldenen Dünen und dem klaren Wasser des Tyrrhenischen Meeres. Auf einem die Bucht beherrschenden Felsvorsprung erhebt sich ein einsamer Turm, ein alter steinerner Wächter: der Torre di Cala di Forno, der im 16. Jahrhundert erbaut wurde, um die Küste vor Überfällen sarazenischer Piraten zu schützen.
Gerade hier soll sich nach einigen Versionen der Legende eine Episode aus der Geschichte der Bella Marsilia abgespielt haben, der jungen Frau, berühmt für ihre außergewöhnliche Schönheit und ihre unerschütterliche Tugend. Während ihr Name vor allem mit Marseille und den französischen Küsten verbunden ist, erzählt man, dass sie während einer der vielen Reisen ihres Mannes – eines Seemanns aus Grosseto – in der Maremma zu Besuch war, als Gast von Verwandten in der Nähe der Tenuta di Alberese.
In jener Zeit erschien eine Flottille osmanischer Korsaren am Horizont, aus dem Süden kommend. Eines der Schiffe, so heißt es, landete direkt in der Bucht von Cala di Forno, auf der Suche nach Gefangenen. Der Wachturm versuchte, Alarm zu schlagen, doch es war zu spät: Die Bella Marsilia wurde entführt und entlang der Küste fortgebracht.
Der Legende nach wurde sie bis nach Konstantinopel vor Sultan Süleyman den Prächtigen gebracht. Beeindruckt von ihrem Mut und ihrer Standhaftigkeit gewährte der Sultan ihr die Freiheit. Nach Monaten der Reise kehrte die junge Frau schließlich in ihre Heimat zurück, bewegt empfangen von ihrem Mann und den Menschen der Gegend.
Noch heute, wenn der Mistral über den einsamen Strand von Cala di Forno fegt und die Sonne hinter den Küstentürmen untergeht, heißt es, dass der Geist der Bella Marsilia über diese Orte wacht – ein ewiges Symbol für Liebe, Widerstandskraft und Freiheit.
